X. Checkliste – Vorgehen bei einem Mieterstromprojekt

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Wir sehen drei Phasen für ein Mieterstromprojekt:

1. Initialphase – von der Idee bis zum Beschluss der WEG: Wie bereits in Kapitel III beschrieben, gehst du in der initialen Phase schrittweise vor. Hier geht es darum, weitere Mieter und Eigentümer für das Projekt zu gewinnen, um letztendlich den Beschluss in der Wohnungseigentümergesellschaft (WEG) zu erreichen.

Siehe dazu Kapitel III. Wer kann Initiator eines Mieterstromprojekts sein? – Vorgehensweise.

2. Aufbauphase – vom Beschluss bis zur Inbetriebnahme der PV-Anlage: Erst nach dem Beschluss der WEG beginnt die Aufbauphase der Solaranlage und die Installation.

3. Betriebsphase – Strom ernten: Den Strom erntet ihr dann in der langen Betriebsphase. In dieser Phase sind Mieter- und Eigentümerwechsel. Messstellenbetrieb, Ablösung und Abrechnung nötig.

Die initiale Phase ist für dich die wichtigste Phase: Hier sind Eigeninitiative, Werbung und Überzeugungskraft gefordert. In dieser Phase können wir dich gerne mit unseren Info-Abend-Online-Seminaren (siehe Kalender) oder auf individuelle Anfragen per Kontaktformular beratend unterstützen, soweit es uns personell möglich ist. Die Aufbau- und Betriebsphasen sollten mit Unterstützung durch einen Provider oder Enabler von selbst nach festem Schema laufen.

Im folgenden haben wir dir eine kleine Checkliste zu den Aktivitäten in den einzelnen Phasen zusammengestellt-

1. Initialphase:

  • Wer macht mit? Wer ist der Initiator? (WEG, Genossenschaft, Wohnungsgesellschaft)
  • Wie hoch ist der aktuelle Verbrauch der Teilnehmer?
  • Ist die Dachfläche geeignet, ausreichend für einen wirtschaftlichen Nutzen? Dachsanierung geplant?
  • Ist die bauliche und elektrische Infrastruktur geeignet (Platz für Leitungen, Zähler; Brandschutz)
  • Welches Mieterstrom-Modell ist passend?
  • Wer finanziert die PV-Anlage und wird damit Eigentümer der Anlage?
  • Will man den Mieterstromzuschlag aus EEG nutzen? Sind dann die EEG-Rahmenbedingungen erfüllbar?
  • Welchen Mieterstrom-Dienstleister (bzw. Provider) will man einbeziehen?
  • Vorbereitung eines Antrags über einen „Individuellen Sanierungsfahrplan“ (ISFP) mit Wirtschaftlichkeitsberechnung.
  • Beschluss zur Beauftragung eines Energieberaters als erster Schritt zur Prüfung des energetischen Nutzens, der Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten mit Erstellung eines ISFP.
  • Beschluss der WEG zum Eintritt in die konkrete Angebotsphase mit einem oder mehreren Providern.
  • Detailliertes Angebot des oder der ausgewählten Provider mit Fördermöglichkeiten.
  • Antrag an die WEG auf der Basis der eingeholten Angebote.
  • Mehrheitsbeschluss der Wohneigentümerversammlung (WEG).
  • Einverständnis derjenigen Eigentümer, die sich nicht beteiligen.

2. Aufbauphase:

  • Vertragsmodalitäten mit dem Dienstleister verhandeln;
  • Planung, Finanzierung;
  • Mieter gewinnen für Teilnahme;
  • Verträge, Versicherungen, Anmeldungen bei Bundesnetzagentur und lokalen Netzbetreiber;
  • Installation, inkl. Messtechnik;
  • Inbetriebnahme.

3. Betriebsphase:

  • Strom ernten;
  • Ablesung, Abrechnungen erstellen, Verteilung der Einkünfte auf die Eigentümer (via Hausverwaltung – Jahresabrechnung);
  • Laufende (Fern-)Überwachung und Wartung;
  • Eigentümer- und Mieterwechsel.