Wem gehören die Stadtwerke München eigentlich? / Teil 2

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Wie kommt der Strom in die Steckdose?

Herr Bayer heißt mit Vornamen Maximilian. Er ist Single. Er wohnt und arbeitet in München. Er steht jeden Morgen um 6 Uhr auf, weil er sich im Badezimmer gerne Zeit lässt und danach ein ausgiebiges Frühstück genießt: mit Kaffee, getoasteten Brötchen und den News auf seinem I-Pad.

Wenn Herr Bayer das Haus verlässt, hat er mindestens sieben elektrische Geräte benutzt: Radiowecker, elektrischer Rasierapparat, elektrische Zahnbürste, Föhn (weil Herr Bayer viele Haare hat), Kaffeemaschine, Toaster, I-Pad. Und er hat in drei Räumen das Licht eingeschaltet.

Aber wie kommt der Strom dorthin, wo Herr Bayer ihn braucht? Und wem gehört der Strom und die Leitungen und die Steckdose und solche Dinge überhaupt?

Herr Bayer und sein Vermieter:

Herr Bayer wohnt in einem Mietshaus, also hat seine Vermieterin Kabel verlegen, Steckdosen und Sicherungskasten anbringen lassen. Dazu hat sie beim Bau des Hauses dafür gesorgt, dass die Stromkabel durch die Wände in den Keller laufen, damit der Strom von dort aus auf die einzelnen Wohnungen verteilt werden kann.

Herr Bayer und die Stadtwerke:

Herr Bayer denkt selten an seinen Strom, außer es haut ihm eine Sicherung raus. Und natürlich auch, wenn der nette Herr von den Stadtwerken kommt und den SWM-eigenen Stromzähler im Keller abliest.

Herr Bayer ist Kunde bei den SWM, aus alter Anhänglichkeit und erst kürzlich ist er auf den günstigen Ökostrom-Tarif umgestiegen. Er hat nämlich gehört, dass dieser Strom zu 100% aus Wasserkraft kommt. Seine Stromkosten betragen ca. 525 Euro im Jahr.

Die Münchner Stadtwerke und die Energie-Erzeugung:

Die Stadtwerke erzeugen eine Menge Energie für München und das machen sie mit:

  • 14 Wasserkraftwerken,
  • 3 Heizkraftwerken (in denen Müll, Steinkohle und Gas verfeuert werden),
  • mit einer 25%-igen Beteiligung am Kernkraftwerk Isar 2
  • und mit ein paar Standorten, an denen regenerative Energien erzeugt werden.

Was die Sache mit den regenerativen Energien der SWM betrifft: Da wollte sich Herr Bayer mal erkundigen, wie viele Standorte das genau sind und wo sich die befinden. Aber die Recherche war mühselig und er hat bald aufgegeben.

Die Münchner Stadtwerke und das Stromnetz:

Damit der Öko-Strom zu Herrn Bayer in die Wohnung kommen kann, braucht es ein Stromnetz – also Kabel, die von den Kraftwerken zum Mietshaus von Herrn Bayer laufen. Dieses Netz gehört genauso wie die Kraftwerke den Münchner Stadtwerken.

  • Den SWM gehören die Höchstspannungsleitungen, durch die der Strom von den Kraftwerken aus mit ca. 400.000 Volt startet.
  • Den SWM gehören die Umspannungswerke, in denen der Strom auf 110.000 bis 220.000 Volt heruntergeregelt wird.
  • Den SWM gehören die Mittelspannungs- und Niederspannungsleitungen.
  • Und am Ende des Wegs gehört den SWM auch noch die Ortsnetzstation, von der aus der Strom mit 250 bis 400 Volt seine letzte Etappe in die Häuser nimmt.

Aber wem gehören die Stadtwerke München eigentlich?