Balkonkraftwerk kann jede*r – der Einstieg in deine persönliche Energiewende

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Du hast einen Balkon oder eine Terrasse? Verfügst über eine Garage, eine Hauswand oder ein Dach? – Hervorragend! Damit kannst du ab sofort an der Energiewende teilnehmen. Balkonmodule sind einfach installiert und im Nu erntest du deinen eigenen Strom. 

Stecker-Solargeräte (auch Plug-and-Play, Balkonkraftwerk, etc.) sind kleine PV-Anlagen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Einfach Stecker in die Steckdose und sofort kannst du Sonnenenergie für deinen Haushalt nutzen. Hand aufs Herz: Dein Balkon-Solarstrom reicht nicht aus, um deinen gesamten Haushalt durchgehend mit Energie zu versorgen. Aber er reduziert deine Stromkosten spürbar – ab dem ersten Tag, weil du damit einen Großteil der täglichen Grundlast wie Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Standby-Geräte, u.v.m. abdecken kannst.

In unserem Kalender bieten wir regelmäßig Veranstaltungen zum Thema an.

Die Sonne ermöglicht alles Leben auf unserem Planeten und scheint jeden Tag kostenlos für alle. Mit einer Solaranlage nutzen wir ihre Energie unmittelbar – 100 % klimaneutral und kostensparend. 

Jedes Solar-Modul mit 250 Watt ersetzt jedes Jahr die Verstromung von ca. 250 kg Braunkohle und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz und der Luftqualität.1Vgl. https://www.pvplug.de/faq/, Abschnitt: Recht, Sollte ich warten, bis die Normung von steckbaren Solargeräten abgeschlossen ist?

Hier findet Ihr einen Einführungsfoliensatz zum Thema Balkonkraftwerke, den Ihr gerne verwenden könnt, um andere Interessenten zu informieren und zu gewinnen.

An dieser Stelle vielen Dank an alle, die uns mit Rat, Informationen und Bildmaterial unterstützt haben! Das waren Händler, Organisationen, Elektriker u.v.m. Ohne sie hätten wir das so nicht hinbekommen.

Dein Balkonkraftwerk – Steckbrief

  • Umfang einer Anlage: 1-2 Module (alles ab 2 Modulen ist gesetzlich anders geregelt.)
  • Größe eines Moduls: ca. 1 x 1,70 m.
  • Zubehör:  1 Wechselrichter mit integriertem NA-Schutz, Kabel, Haltesystem, bzw. mit passender Unterkonstruktion.
  • Anbringen/Aufstellen: auf oder am Balkon, an der Hauswand, der Garage, auf der Hütte, der Terrasse, im Garten. Und wenn du umziehst, nimmst du es einfach wieder mit.
  • Nutzung: Stecker-Solargeräte produzieren Strom für den Eigenbedarf. Sie sind nicht für die Netzeinspeisung gedacht.
  • Die Nennleistung wird in Watt Peak (Wp) oder Kilowatt Peak (kWp) angegeben; bei kleinen Anlagen häufiger in Watt Peak. Ein Modul hat ca. 300 Wp Nennleistung.
  • Energieernte: ca. 240 kWh/Jahr bei 300 Wp Leistung bzw. 550 – 620 kWh/Jahr bei 600 Wp; d.h. ca 100 kWh/Jahr pro 100 Wp.
  • Anschaffungskosten: zwischen € 300,- und € 1000,-.
  • Kosten bei Miete: ca. € 7,90/Monat (ist in etwa die Stromkosten-Einsparung).2z.B. bei https://www.golfstrom.org/app/stecker-solaranlage-ohne-kosten; und hier eine kleine Einführung: https://www.youtube.com/watch?v=mFrUbPgXxIQ&feature=emb_logo
  • Kostenersparnis (Stromrechnung): € 70,- bis € 180,- / Jahr (bei einem ungefähren Strompreis von 31,4 ct / KWh im Januar 2021).3Vgl. https://www.stromauskunft.de/verbraucherservice/strompreise-2021/.
  • Lebensdauer: 20 bis 40 Jahre.
  • Amortisiert sich: nach 4 bis 8 Jahren.
  • CO2-Einsparung: ca. 96 kg mit einer 300 Wp-Anlage.
  • Gesetzliches: kann selbstständig montiert, angeschlossen und beim Netzbetreiber angemeldet werden; eine Netzeinspeisung mit Vergütung ist bei Kleinstanlagen nicht sinnvoll; deshalb weniger bürokratischer Aufwand.4„Wenn kein Strom ins Netz abgegeben wird, ist das Gerät für das Finanzamt nicht relevant“. siehe:  https://www.dgs.de/news/en-detail/030317-steckersolar-geraete-und-das-finanzamt/ (03.03.2017).
  • Anmeldepflicht: sollte bei der Bundesnetzagentur und beim lokalen Netzbetreiber (in München SWM) angemeldet werden; mehr im Abschnitt Anmeldung.

Geht das auch in meiner Wohnung?

Nach diesem kleinen Überblick machen wir den nächsten Schritt. Erstmal musst du herausfinden, ob so eine Anlage für dich überhaupt möglich oder sinnvoll ist. Wir reden jetzt über einen geeigneten Sonnenplatz, den Zugang zu einer Steckdose und darüber, ob du das Vermieter*innen-Einverständnis oder das deiner Eigentümer*innen-Gemeinschaft brauchst oder auch nicht.

Hab‘ ich einen geeigneten Sonnenplatz, den ich nutzen kann?

1. Sonne: Bei günstiger Sonneneinstrahlung und vielen Sonnenstunden erntest du mehr Strom und sparst mehr Geld. Klar, Süden ist am besten, Westen und Osten ergeben auch brauchbare Erträge. Eine Nord-Ausrichtung ist nicht wirtschaftlich und wohl eher nicht sinnvoll. Wichtige Frage: Gibt es Verschattung, z.B. durch andere Gebäude oder Bäume?

© Colbalt – stock.adobe.com

Wie du deine Stromernte genau berechnen kannst, erfährst du im Abschnitt Was gewinne ich?

2. Platz: Du kannst dein Balkonkraftwerk auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten aufstellen. Du kannst es am Balkongeländer, der Hauswand oder auf dem Dach anbringen.

Viele Hersteller liefern die für dich passende Vorrichtung zum Aufstellen oder Aufhängen als Zubehör mit; siehe Abschnitt Welche Anlage passt für mich?

Hab‘ ich eine erreichbare Steckdose?

Jetzt geht’s an den Betrieb und den Anschluss ans Haus-Netz. Dafür brauchst du eine freie (ungenutzte) Außensteckdose. Diese muss natürlich an das Netz deines Haushalts angeschlossen sein, d.h. über deinen Zähler laufen. Außer du willst die Stromkosten deiner Nachbarn senken. Bitte nutze aus Sicherheitsgründen eine Einfach-Steckdose, auf keinen Fall eine Mehrfach-Steckdose!5Vgl. https://www.hello-yuma.de/faq/; Abschnitt: Anschluss und Sicherheit: „Mehrfachstecker dürfen in keinem Fall verwendet werden. Hierdurch entsteht ein deutliches Gefahrenpotenzial bei den Wechselrichtern, der Steckdose und im Hausnetz.“

Sollte auf deinem Balkon keine Außensteckdose vorhanden sein, lässt sich eventuell auch ein Kabel von innen nach außen verlegen. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, mit deinem Vermieter oder deiner Vermieterin zu besprechen, ob der nachträgliche Einbau möglich ist.6Vgl. dazu: https://www.pvplug.de/faq/; Abschnitt: Mietrecht / Wohnungseigentumsrecht. 

Außensteckdose (Typ Schuko) – eigenene Bilder

Muss ich Vermieter*in bzw. die Eigentümer*innen-Gemeinschaft fragen?

Wenn du dein Balkonkraftwerk auf einer gemieteten Fläche wie Balkon, Terrasse, Garten etc. aufstellen möchtest, brauchst du dafür keine Zustimmung von Vermieter*in oder Eigentümer*innen-Gemeinschaft. Wenn du es hingegen fest an einer Gemeinschaftsfläche (Fassade, Balkongeländer, Dach) anbringen möchtest, kommt es darauf an.

Kürzlich hat ein Gericht die Klage eines Eigentümers gegen ein ohne Genehmigung angebrachtes Balkonkraftwerk abgewiesen. Der Eigentümer musste ein Balkonkraftwerk hinnehmen. Begründet wurde dies mit dem Umweltschutzparagrafen §20a des Grundgesetzes. Dort heißt es, es sei die Pflicht des Staates, auch durch Rechtsprechung die „in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen“ zu schützen.7vgl. https://mailchi.mp/machdeinenstrom.de/mini-solar-news_kw_33_2021#Heading1

Wer einen Konflikt vermeiden will, könnte zunächst einmal in seinem Mietvertrag nachsehen, ob es dort ein generelles Verbot gibt, Dinge anzubringen. Im Zweifelsfall empfehlen wir nachzufragen und dabei auf das Urteil zu verweisen.8Vgl. auch: https://www.hello-yuma.de/faq/; Abschnitt: Allgemeines / Muss ich meine WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) um Erlaubnis fragen?

Mögliche Einwände könnten technische Bedenken oder auch die Verunstaltung der Fassade (besonders an denkmalgeschützten Gebäuden) sein, die sich evtl. ausräumen lassen.

Hier findest du eine Beispiel-Beschlussvorlage für Eigentümer*innen-Gemeinschaften mit Kurzinfos, die du für deine Überzeugungsarbeit verwenden kannst. Für Anschreiben an Vermieter*innen wirst du hier genauso fündig. Mache es für dich passend.

Welche Anlage passt für mich?

Die Frage zum geeigneten Sonnenplatz, zur passenden Steckdose und zum Einverständnis des Vermieters oder der Vermieterin ist geklärt? Und jetzt sitzt du mit rauchendem Kopf vor der Überfülle des Angebots im Internet? Lass dich nicht verwirren!

Zunächst das Grundlegende. Ein Balkonkraftwerk besteht aus:

  • 1 oder 2 Solarmodulen, ca. 300 W bis 330 W pro Modul,
  • einem Wechselrichter mit max. 600 W Leistung
  • und dem Kabel mit Stecker.

Jetzt lautet deine nächste Frage: Worauf achte ich bei der Auswahl und beim Kauf? – Hier ist eine Checkliste mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Balkonkraftwerk – Welche Bezeichnungen findest du noch im Handel?

Wir benutzen den Ausdruck „Balkonkraftwerk“, weil er uns der gängigste zu sein scheint.9Vgl. die Seite der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik): https://www.dke.de/de/arbeitsfelder/energy/mini-pv-anlage-solar-strom-balkon-nachhaltig-erzeugen: „Steckerfertige PV-Anlagen“, „Mini-PV-Anlagen“, „Balkonkraftwerke“. (Anm. d. Red.: Es scheint, dass mit diesen Begriffen Stecker-Solar-Geräte in die Nähe von Dachanlagen gerückt werden, um dieselben Regelungen geltend machen zu können). „Stecker-Solargerät“ ist jedoch zutreffender, weil es sich um ein „stromerzeugendes Haushalts-Gerät“ handelt. Deshalb sollten dafür auch vereinfachte Regelungen gelten.

Weitere Bezeichnungen im Internet: Plug & Play, Mini Solar Anlage, Micro Solar Anlage, Plugin Solar Anlage, Mini Solar Generator, Plugin Solar Gerät, Plugin PV Anlage, Plugin Solar Generator, Mikro Solar Generator, Plugin PV Gerät, Micro Solar Modul, Balkon-Solaranlage, Guerilla-PV.10Vgl. https://www.pvplug.de: „Die Geräte werden unter […] irreführenden Bezeichnungen beschrieben […]“ Es handle sich jedoch nicht „um eine fest installierte Anlage nach dem üblichen Verständnis, sondern eher um ein Strom-erzeugendes Haushaltsgerät.“ Deshalb sieht die DGS die Notwendigkeit zu vereinfachten Regelungen.

Wie wird die Leistung angegeben?

Die wichtigste Angabe ist die sogenannte Nennleistung. Das ist die Spitzenleistung, die deine Anlage bei idealer Ausrichtung und Sonneneinstrahlung erzielt. Für dein Balkonkraftwerk wird sie vom Hersteller in Watt peak (Wp), bzw. Kilowatt peak (kWp) angegeben.
Von Stecker-Solaranlagen spricht man bei einer Nennleistung bis zu 600 Wp. Ein Modul mit 300 Wp liefert 240 bis 300 kWh pro Jahr. Etwa soviel verbraucht eine mittelgroße Kühl-Gefrierkombi der Effizienzklasse A+ mit einem Gesamtvolumen von 300 Litern.

Welche Anlagengröße ist sinnvoll?

Ein Modul oder zwei Module? Das ist eine Platzfrage, eine Geldfrage und eine Frage der benötigten Leistung.
Gesetzlich gelten nur Anlagen bis 600 Wp als Steckersolar-Gerät. Trotzdem kann es sinnvoll sind, die Anlage sogar etwas größer auszulegen. Der für Stecker-Solar-Geräte vorgeschriebene 600-Watt-Wechselrichter lässt zwar nur 600 Watt durch, aber mit einer etwas größeren Anlage kannst du auch bei einer ungünstigeren Sonneneinstrahlung immer noch 600 Watt ernten, z.B. 6 statt 2 Stunden pro Tag.

Am besten überprüfst du deinen täglichen Stromverbrauch durch Ablesen der Zähler. Aber grundsätzlich solltest du die 600Wp ausschöpfen, da die Leistung nur bei maximalem Sonnenschein erreicht wird, natürlich nur, wenn du Platz hast.

ein Modul oder zwei Module? © hello-yuma.de

Bauweise deiner Solarmodule

Ein Solarmodul besteht aus zwei Komponenten: 1. den Solarzellen und 2. der Ummantelung. Achte auf die Unterschiede bezüglich Technologie und Bauweise!

1. Solarzellen: können monokristallin oder polykristallin sein.

  • Monokristalline Zellen hatten sich in der letzten Zeit mehr durchgesetzt – wegen des höheren Wirkungsgrads (ca. 19%) und weil sie auch bei diffusem Licht noch gute Erträge zu erzielen. Was natürlich ein Vorteil in unseren Breiten ist. Nachteil: Monokristalline Zellen sind teurer.
  • Polykristalline Module standen bisher im Ruf, nicht so gute Erträge zu liefern. Doch da hat sich mittlerweile einiges geändert. Durch die sogenannte Halbzellen-Technik ist polykristallin deutlich effizienter geworden und kann einen ungefähren Wirkungsgrad von 18% erreichen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis lässt sich sehen.11Vgl. https://www.kesselheld.de/polykristalline-solarzellen/.

monokristalline Solarzellen © anmuht.ch – stock.adobe.com
und polykristalline Solarzellen © xangai – stock.adobe.com

2. Ummantelung: Du hast die Wahl zwischen Glas/Glas oder Glas/Folie oder Dünnschicht. Wir denken, Glas/Folie reicht für ein Balkonkraftwerk aus. Wenn du auch gegen Starkhagel geschützt sein möchtest, empfiehlt sich die Glas/Glas-Verarbeitung. Sie macht die Module widerstandsfähiger, aber auch schwerer und deutlich teurer. Dünnschicht-Module sind dünner als herkömmliche Module und haben keinen Aluminiumrand. Das heißt, sie sind leichter. Zu überlegen bei Balkonen in größerer Höhe.

Gals/Folie- und Glas/Glas-Ummantelung

Welches Zubehör brauchst du?

Zum Zubehör gehören Wechselrichter, Haltesystem, Kabel, Stecker und Steckdose.

1. Der Wechserichter (auch Inverter oder Drehrichter) – Herzstück deines Balkonkraftwerks

Wichtig: Ob ein Modul oder zwei, du brauchst nur einen Wechselrichter für entweder 300 Watt oder 600 Watt!

Was macht ein Wechselrichter?

  • Er wandelt den Gleichstrom deiner Solarmodule in netzkompatiblen Wechselstrom um und leitet ihn über das Netzkabel zur Steckdose.
  • Er lässt nur 300 oder 600 W von deinen Modulen ins Haus-Netz durch. Die können nämlich bei idealer Sonneneinstrahlung durchaus mal mehr Strom erzeugen.
  • Er überwacht Anlage und Stromnetz, damit alles sicher abläuft.
Mikro-Wechselrichter Hoymiles HM-600 back © hello-yuma.de

Wieso muss mein selbstgeernteter Solar-Strom umgewandelt werden?

Solar-Anlagen erzeugen Gleichstrom. Die öffentlichen Netze (auch dein Haus-Netz) operieren jedoch mit Wechselstrom. Und weil du dich mit deiner Anlage ins Haus-Netz und somit ins öffentliche Stromnetz einklinkst, sorgt der Wechselrichter dafür, dass du deinen Solarstrom auch verwenden kannst.12Vgl. https://www.photovoltaik.org/photovoltaikanlagen/wechselrichter.

2. Haltesysteme

Händler*innen bieten oft verschiedene Haltesysteme mit beigefügten Montageanleitungen zur Auswahl an. Welches für dich passt, hängt vom Platz ab, den du auswählst: senkrecht an einem Geländer, an einem Gestell an einer Brüstung, in einem Rahmen im Garten, usw.13Für weitere Infos vgl. https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-standorte-befestigung.

© Ew. Ed.

3. Die Steckdose und der passende Stecker

Es gibt zwei Varianten, wie du deine Anlage ans Haus-Netz anschließen kannst.

Wielandsteckdose und herkömmliche Schuko-Steckdose – eigenes Bild

Drei Anmerkungen dazu:

  • Unsere Nachbarländer wie z.B. Österreich bestehen nicht auf der Wieland-Steckdose.16Vgl. etwa https://www.wienernetze.at/kleinsterzeugungsanlagen.
  • Viele deutsche Händler bieten von vornherein Wieland-Verbindungen an und bleiben so VDE/FNN-normkonform.17Vgl. https://www.dke.de/de/arbeitsfelder/energy/mini-pv-anlage-solar-strom-balkon-nachhaltig-erzeugen. Hier ist zwar zu lesen: „Die Anwendung einer Norm ist grundsätzlich freiwillig. Das bedeutet, man kann grundsätzlich von den technischen Vorgaben einer Norm abweichen.“ Aber: „Wird eine andere Lösung […] umgesetzt, liegt im Schadensfall die Beweislast bei dem Verantwortlichen. Er muss darlegen können, dass die von ihm gewählte technische Ausführung gleich oder besser als die Festlegungen der Norm ist.“ (Anm. d. Red. Von Freiwilligkeit kann also nicht die Rede sein. Klar, dass man da als Händler auf Nummer Sicher gehen muss).
  • Wenn du eine neue Außensteckdose installieren musst, empfiehlt die DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie) genauso die Wieland-Steckdose.18Vgl. https://www.pvplug.de/faq/; Abschnitt: Elektrische Sicherheit / Muss ich eine Sondersteckdose benützen: „Wenn eine Schuko-Steckdose vorhanden ist und das Solar-Gerät den DGS Sicherheitsstandard für steckbare Stromerzeugungsgeräte DGS 0001 einhält, ist die Nutzung zulässig. Wenn eine neue Steckdose gesetzt werden soll, empfiehlt die DGS die Steckverbindung nach DIN VDE 0628-1 (Wieland RST20i3).“

4. Lohnt sich ein Energiespeicher?

Zurzeit sind Energiespeicher noch zu teuer, um sich für Stecker-Solargeräte zu rechnen.

Wenn du deine Anlage allerdings als reine Inselanlage z.B. auf einer Berghütte oder in einem Schrebergarten betreiben willst, ist der Komfort, überhaupt Strom nutzen zu können, evtl. eine etwas größere Investition wert.19Nachzulesen, z.B. hier: https://www.effizienzhaus-online.de/stromspeicher-wann-lohnen-sie-sich/.

Und wie sieht es mit den Preisen aus?

Im Prinzip kann man von einem ungefähren Wert von ca. € 300,- bis € 400,- pro Modul ausgehen, das heißt grob etwas über € 1,- pro Watt Nennleistung. Unterschiede gibt es dabei, was im Paket enthalten ist.

© Photoschmidt – stock.adobe.com

Nix oder nur wenig inklusive: Manche Angebote bestehen nur aus dem PV-Modul mit einer Kabelverbindung für den Wechselrichter, oft scherzhaft als „rohe Anlage“ bezeichnet. Hier musst du die Kosten für Wechselrichter, Kabelsatz und Montagesystem noch dazurechnen.

Viel inklusive: Andere Anbieter verkaufen Stecker-Solargeräte als Komplettpaket mit allem Zubehör.

Wechselrichter: Das Preis- / Leistungsverhältnis ist bei zwei Modulen besser, weil du – wie bereits erwähnt – in jedem Fall nur einen Wechselrichter brauchst. Wechselrichter gibt es einzeln ab ca. € 150,-

Achtung Lieferung! Die ist mannchmal im Kaufpreis nicht ausgewiesen! Das kann zusätzlich kosten (zwischen € 30,- und € 70).20Vgl. https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-solaranlage-vergleich, Abschnitt: Wie wird das Balkonkraftwerk geliefert? 

Gibt es Garantien?

Wenn der Hersteller großzügige Garantien gewährt, kann das ein guter Hinweis darauf sein, dass sein Produkt zuverlässig ist. Es gibt zwei Kategorien: 1. Leistungsgarantie und 2. Verarbeitungsgarantie.

1. Die Leistungsgarantie: bezieht sich auf die Stromernte deiner Anlage. Durchaus üblich sind Leistungsgarantien über 25 Jahre für mindestens 80% der Nennleistung (Wp). Wenn du also heute ein 300 Wp Solarmodul kaufst, sollte es in 25 Jahren noch mindestens 240 Wp leisten.

2. Die Verarbeitungsgarantie: schützt vor Herstellungsfehlern und Materialproblemen. Der Industriestandard ist 10 Jahre, aber es gibt Hersteller, die sogar bis zu 25 Jahre gewähren.

Wo produziert der Hersteller?

Eine Studie der Northwestern University in Illinois ergab, dass die Umweltbelastungen bei der Herstellung von Solarmodulen in China ca. doppelt so hoch ist wie in Europa.21Vgl. die Studie auf: https://isen.northwestern.edu/solar-panel-manufacturing-is-greener-in-europe-than-china. Das „Institute for Sustainability and Energy” (ISEN) ist Teil der Universität. Dabei sind die Umweltschäden, die durch den Transport aus Asien nach Europa entstehen, noch nicht eingerechnet. Produkte aus Europa dagegen gewährleisten in aller Regel höhere Sozialstandards in der Produktion.
Wer also auf nachhaltige Produkte Wert legt, sollte darauf achten, wo Solarmodule und Wechselrichter produziert wurden.

© Industrieblick – stock.adobe.com

Modulherstellung in Deutschland: Algatec Solar (Brandenburg), Antec Solar (Thüringen), AxSun Solar (Laupheim-Baustetten), Calyxo (Bitterfeld-Wolfen), Heckert Solar (Chemnitz), SI-Module (Freiburg), Solara (Hamburg), Solarwatt (Dresden), Sonnenstromfabrik (Wismar).22Vgl. https://solar.red/deutsche-pv-module/.

Und hier ist eine Liste mit europäischen Hersteller*innen: SolarWorld, Hanwha Q Cells, REC Group, Kioto Solar, Photowatt, Victron Energy, Lorentz, ATERSA Group, Megasol Energy, Luxor Solar, Solarwatt – IBC Solar, Aleo Solar, Sunerg Solar, Hanover Solar, RECOM, Selfa, Takeaway, Isofotón, Meyer Burger.23Vgl. https://solarfeeds.com/top-solar-panel-manufacturers-in-europe/.

Aber jetzt kommt leider der Knackpunkt:
Bei den oben genannten Herstellern geht es ausschließlich um die Herstellung der Module. Die Solarzellen für die Module werden mit 95 % Marktanteil in China hergestellt. Aus der Nummer kommen wir vorerst nicht raus. Wir erklären in einem unserer nächsten Beiträge warum das so ist und wie wir es mittelfristig ändern können. Bis es soweit ist, schau in die Fußnote. Dort haben wir einen Spiegel-Artikel zum Thema verlinkt.24Vgl. https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/solarzellen-zweite-chance-fuer-made-in-germany-a-1281719.html

Ist meine Kleinstanlage sicher und geschützt?

Hierbei geht es um:

  • qualitativ hochwertiges Material,
  • den sicheren Betrieb deiner Anlage, z.B. dass du keinen Stromschlag bekommst.
  • und den Schutz deines Solargerätes vor Wind und Wetter.

Und wie erfährst du das?
Die einfachste und bequemste Art ist wohl, dich einfach vom Händler oder der Händlerin beraten zu lassen. Viele bieten außerdem Konformitätserklärungen für ihre Produkte, d.h. dass diese den geltenden Normen entsprechen.

Hier nochmal kurz die wichtigsten Punkte, um die es dabei geht:

1. qualitativ hochwertiges Material:

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass es eine Norm-Verwirrung bei den Stecker-Systemen gibt. Viele Händler*innen bieten Geräte mit Wieland-Stecker und -Steckdose. Damit bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wenn du ein Schuko-Stecker-System wünschst, kannst du davon ausgehen, dass der Wechselrichter vom Händler das unterstützt, denn er entspricht der Norm VDE AR-N 4105. Darüber hinaus sind wichtig: ein sicheres Befestigungssystem, hochwertige Module und saubere, normgerechte Gummikabel.

2. sicherer Betrieb deiner Anlage:

VDE-Konformität ist wichtig. Diese beinhaltet auch den integrierten NA-Schutz in deinem Wechselrichter. Es gibt ein sicheres Label, dem man auch vertrauen kann: das DGS-Label 0001, es sieht so aus:25Hier nochmal abgebildet: https://www.pvplug.de/faq/

DGS-Label 0001

3. Schutz vor Wind und Wetter:

Du bringst ja deine Module + Wechselrichter im Freien an. Und da sollten die Teile schon etwas widerstandsfähiger sein. Darüber, ob ihnen Regen, Staub oder Schnee nichts anhaben kann, informieren dich die IP-Schutzklassen.

Für die gesamte Anlage ist Schutzklasse IP6X wichtig: Sie bedeutet, dass die Anlage dicht gegen Staub und geschützt vor Berührung ist.

Für die Kabel und den Wechselrichter gelten die Schutzklassen IP64, IP65 oder IP66: hierbei geht es um den Kontakt mit Wasser (also Regen oder Schnee), wobei IP 64 den niedrigsten und IP 66 den höchsten Schutz bietet.

Für deine Außensteckdose kommt die Schutzklasse IP44 zum Einsatz: u.a. geschützt gegen Spritzwasser.26Vgl. dazu: http://www.etikettenwissen.de/wiki/IP_Schutzklassen.

Qualität, faire Preise & guter Service: Händler, die wir empfehlen

Qualität, faire Preise und guter Service sind dir wichtig? Vielleicht auch gute Umweltstandarts und faire Produktionsbedingungen? Auf der Suche nach dem passenden Angebot, das deine Kriterien erfüllt, kannst du dich im Netz schnell mal dumm und dusselig recherchieren.

Wir haben dir diese Arbeit abgenommen, Kriterien aufgestellt und Händler gefunden, die unsere Kriterien erfüllen.

Unsere Kriterien:

  • Preis-Leistungsverhältnis: die Händler legen Wert auf Qualität und sind preislich reell.
  • Produkte: sie haben Module und Wechselrichter auch von europäischen Herstellern im Angebot.
  • Service: sie sind für telefonische Nachfragen offen und leicht zu erreichen.
  • Engagement: sie setzen sich für die Energiewende ein.
  • Transparenz: sie bieten ausführliche Datenblätter zu den Produkten, mit Angabe des Herstellers und haben gute FAQ-Seiten.

Händler:

Hier geht’s zur Liste der Händler*innen, die unsere Kriterien erfüllen.

Wichtig:
Wir verfolgen mit der kostenlosen Verlinkung von Händlern kein finanzielles Interesse. Wir nehmen auch weitere Händler*innen in unsere Liste auf, wenn sie unsere Kriterien erfüllen. Meldet euch gerne!

Was gewinne ich?

Solar-Sparschwein © ag visuell – stock.adobe.com

In den letzten Jahren sind die Module sehr viel leistungsfähiger geworden. Mit einer modernen 600-Watt-Anlage (zwei Solarmodule) gewinnst du heutzutage (2021) in unseren Breiten:

  • Energie-Ertrag: ca. 550-620 KWh elektrische Energie pro Jahr.
  • Stromkostenersparnis: Brutto ca. € 180,- / Jahr (bei einem ungefähren Strompreis von 31,4 ct / KWh im Januar 2021).
  • Amortisierungszeit: Viele Balkonkraftwerke amortisieren sich nach 4 – 8 Jahren und liefern danach noch 20 – 40 Jahre kostenlosen Strom.
  • Gewinn: Wenn sich die Anlage beispielsweise nach 5 Jahren amortisiert, ergibt sich innerhalb von 10 Jahren ein Gewinn von € 675,-.
  • CO2-Einsparung: Über den materiellen Nutzen hinaus, leistest du einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und wirst Mitglied der Klimaschutzbewegung.

Wenn du ein paar Favoriten hast und dich bereits für einen Standort entschieden hast, kannst du die Punkte 1- 5 natürlich auch genau berechnen. Los geht’s!

© michelangeloop – stock.adobe.com

Energie-Ertrag berechnen

Dabei hilft dir dieser Solar-Rechner.

Folgende Angaben brauchst du dafür:

1. Nennleistung deines Geräts in kWp (findest du beim Produkt angegeben).

Achtung! – Bei unserem Rechner musst du die kWp angeben; das heißt, du musst umrechnen! —> Eine Balkonanlage mit 325 Wp hat eine Nennleistung von 0,325 kWp

2. Ausrichtung deines Geräts zur Sonne: Gib hier deine Adresse ein und lies die Ausrichtung ab.

Ideal ist 180° Süd, aber 225° Süd-West und 135° Süd-Ost liefern auch gute Erträge. Klar, ein nach Süden ausgerichtetes Gerät bringt die größte Stromernte.

Aber Achtung! Steht ein Baum oder ein Gebäude im Weg? 10% Verschattung bringen nur noch 50% der Stromernte. Manchmal liest man, dass Verschattung die Module kaputt macht. Mach dir keine Sorgen! Das stimmt nicht.

3. Neigung deines Geräts: senkrecht (z. B. wenn du es am Balkongeländer befestigst) = 90°, waagerecht = 0° Neigung.

Stromkosten-Ersparnis berechnen

Du brauchst dafür:

  • den Betrag deiner voraussichtlichen Stromernte in kWh (siehe Energie-Ertrag berechnen)
  • und den Strompreis in Cent pro kWh, den du aktuell bei deinem Stromanbieter bezahlst. Diese Info findest du z.B. auf deiner letzten Stromrechnung.

Die Rechnung lautet: Stromernte x Strompreis = Kostenersparnis.

Wenn du etwas anspruchsvoller rechnen willst, sieh dir auch den Stromkosten-Rechner der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie an.

Deine Stromentsztehungkosten für deinen Solarstrom in ct/kWh kann man wie folgt berechnen: Stromkosten in ct/kWh = Investition / (jährlicher Stromertrag * angenommene Lebensdauer)

So rechnet auch der Stromkosten-Rechner der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie an. Damit ergeben sich für Balkonkraftwerke attraktive Kosten von 8 ct/kWh bis 13 ct/kWh.

Amortisationszeit berechnen

Das geht ganz leicht: Kaufpreis / Stromkostenersparnis (pro Jahr) = Amortisationszeit in Jahren.

Gewinn berechnen

Mit deiner ausgerechneten Stromkostenersparnis kannst du deinen Gewinn beispielsweise auf 10 Jahre hochrechnen:

Stromkosten-Ersparnis x 10 – Kaufpreis der Anlage (inkl. aller Anschaffungs-Kosten wie Zubehör, Lieferung, etc.) = Gewinn.

CO2-Einsparung berechnen

Wenn du wissen willst, wieviel du konkret an CO2 einsparst, darfst du nochmal rechnen.

Deine Stromernte x 0,4 kg270,4 kg oder 401 g ist der CO2-Verbrauch beim Durchschnitts-Strom-Mix pro kWh in Deutschland; hier nachzulesen: https://strom-report.de/co2-deutscher-strommix/. = CO2-Einsparung

Und wie groß ist deine CO2 Einsparung gemessen an deinem gesamten CO2-Verbrauch? – Das ist auch nicht schwierig:

Der durchschnittliche CO2-Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland beträgt 11,17 Tonnen pro Jahr.

28vgl. https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Daraus folgt:

CO2-Einsparung x 100 / durchschnittlicher Pro-Kopf-Verbrauch = CO2-Einsparung in Prozent deines CO2-Verbrauchs.

Paris Smart City 2050 © Vincent Callebaut Architecture

Inbetriebnahme – Technisches und Rechtliches

Es ist soweit! Du bist stolze*r Besitzer*in deines eigenen Stecker-Solargerätes! Nach der Lieferung bzw. der Abholung kannst du es am vorgesehenen Platz montieren oder aufstellen.

© pix4U – stock.adobe.com

Bevor du deine Anlage einstecken und Sonnenstrom ernten kannst, musst du die Anlage beim Netzbetreiber anmelden und nach Inbetriebnahme im Marktstamm-Register der Bundesnetzagentur registieren. Das ist recht einfach und unkompliziert.

Wir haben hier die wichtigsten Punkte zusammengestellt, wie du dein Balkonkraftwerk sicher und legal betreiben. 29Ausführlichere Informationen gibt es auch noch hier: https://www.pvplug.de/faq/.

Warenannahme und Montage

Achtung! Ein original-verpacktes Balkonkraftwerk ist 2 Meter lang, 1 Meter breit und wiegt 20 kg (40 bei zwei Modulen). Für eine einzelne Person könnten Transport oder Annahme der Lieferung ein wenig mühselig werden. Für die Selbstabholung braucht man auch ein Auto mit ausreichender Ladefläche.30Vgl. https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-solaranlage-vergleich, Abschnitt: Wie wird ein Balkonkraftwerk geliefert?

© Artalis-Kartograpie – stock.adobe.com

Kann ich mein Balkonkraftwerk selbst montieren? – Also, wir würden sagen: Ja, du kannst. – Okay, ein bisschen Heimwerker-Geschick oder Hilfe von jemandem, der sowas gerne macht, können natürlich nicht schaden, wenn du mit Basteln nichts am Hut hast. Plane ca. 3 Stunden ein!

Hier haben wir eine Montage-Anleitung mit Bildern vom Solar-Info-Zentrum (S-I-Z). Da findest du alles, was du an Zubehör brauchst und was du damit machen musst.

Hier siehst du ein paar Leute, die sich bereits daran versucht haben. Und wir können nur sagen: YouTube für Heimwerker ist super! Was haben wir damit schon alles repariert!

Anmeldung

Deine Anlage muss beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur. angemeldet werden.

Lämpel.jpg
Wilhelm Busch: Lehrer Lämpel (aus Max und Moritz) – commons.wikimedia

2. Der Netzbetreiber:

Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist gesetzlich vorgeschrieben.31Vgl. dazu die Netzanschlussverordnung § 19 Abs. 3, NAV, auf http://www.gesetze-im-internet.de/nav/__19.html: „Vor der Errichtung einer Eigenanlage hat der Anschlussnehmer […] dem Netzbetreiber Mitteilung zu machen“ und „[…] durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von seiner Eigenanlage keine schädlichen Rückwirkungen in das Elektrizitätsversorgungsnetz möglich sind. Der Anschluss […] ist mit dem Netzbetreiber abzustimmen. Dieser kann den Anschluss von der Einhaltung der von ihm nach § 20 festzulegenden Maßnahmen zum Schutz vor Rückspannungen abhängig machen.“ Melde dich also vor Inbetriebnahme deines Balkonkraftwerks beim Netzbetreiber an! Wenn du in München wohnst, kannst du dafür dieses Formular der Stadtwerke benutzen.

Manche Netzbetreiber bieten kein eigenes Meldeformular an. In diesem Fall verwende den Musterbrief der DGS.

© Bihlmayer Fotografie – stock.adobe.com

Wenn du deine Anmeldung abgesendet hast, bekommst du evtl. bald so einen Brief von den Stadtwerken (Eingangsbestätigung und Erlaubnis zum Einstecken). Das EEG 2021 räumt dem Netzbetreiber zwar eine großzügige Bearbeitungszeit von bis zu drei Monaten ein32Vgl. EEG § 8, Abs. 5 und 6; https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__8.html., aber in München kann es nach Erfahrungsberichten einigermaßen zügig gehen (ca. 14 Tage von der Anmeldung bis zum Okay, dass du deine Anlage in Betrieb nehmen darfst). Wenn du andere Erfahrungen machst, bitte schreib uns. Es ist uns wichtig, möglichst up-to-date zu sein.

2. Die Bundesnetzagentur:

Nach Inbetriebnahme fehlt nur noch, dass du dein Balkonkraftwerk im Marktstamm-Datenregister der Bundesnetzagentur anmeldest. Das ist kostenlos und unkompliziert.

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Die Anmeldung beim MaStR hilft übrigens auch der Klimabewegung. Je mehr sich anmelden, desto deutlicher wird dass Voranschreiten der Energiewende sichtbar. Das hilft z.B. unseren Freunden von der Städte-Challenge „Wattbewerb“.33Hier geht’s zur Städte-Challenge „Wattbewerb“: https://fossilfreeka.de/faktor2/. Die Daten der Bundesnetzagentur sind nämlich öffentlich einsehbar (unter Einhaltung des Datenschutzes).

Tipps zur Anmeldung

Nach deiner Anmeldung ist es möglich, dass der Netzbetreiber den Stromzähler wechselt. Unter Umständen könnte er eine Überprüfung der Elektrik in deiner Wohnung fordern, was mit Kosten verbunden wäre. Allerdings handhaben das die Netzbetreiber nach unseren Recherchen durchaus unterschiedlich. Die Stadtwerke München etwa scheinen sich auch bei diesem Thema eher kulant zu verhalten.

Nochmal unsere Bitte: Falls du eigene Erfahrungen mit der Anmeldung eines Stecker-Solargerätes in München hast, bitte kontaktiere uns und schreibe uns deine Geschichte! Vielen Dank vorab für deine Unterstützung!

Hier noch ein paar Tipps zur Anmeldung beim Nezbetreiber:

1. Beachte beim Ausfüllen des Formulars: Selbst wenn die Leistung deiner Module etwas größer als 600 Watt ist, entscheidend ist immer die maximale Leistung deines Wechselrichters. Diese darf höchstens 600 Watt sein.

2. Entscheide dich für die passende Steckdose: Ob normale Schuko-Steckdose mit Stecker oder Wieland-Stecksystem – es ist deine Entscheidung. Wenn du bereits eine Außen-Schuko-Steckdose hast, ist es für dich natürlich am einfachsten, wenn du sie nicht extra austauschen musst. Viele Händler haben in ihrem Gesamtpaket jedoch die Wieland-Steckdose dabei.

Falls du dich für eine Schuko-Steckdose entscheidest: Im Anmeldeformular der SWM wird eine Wieland-Steckdose gefordert und „spezielle Energiesteckdose“ genannt.
Unsere Empfehlung: Streiche den Satz im Antragsformular durch. Falls die Stadtwerke daraufhin den Anschluss des Steckermoduls untersagen – was wir uns kaum vorstellen können – , lege Widerspruch ein, drohe ggf. mit dem Wechsel des Stromanbieters und kontaktiere uns,. Wir versuchen dann, juristische Hilfe zui organisieren. Es wäre ein spannender Präzedenzfall, bei dem die Stadtwerke mit goßer Wahrscheinlichkeit unterliegen würden. Der Energiewende wäre damit insgesamt geholfen.
Die „Wieland-Steckdose“: soll einen zusätzlichen Schutz gegen Stromschlag bieten, da der Stecker fest in der Steckdose montiert wird.
Der NA-Schutz deines Wechselrichters: schützt aber ebenfalls gegen Stromschlag. Wenn du den Stecker ziehst, schaltet der Wechselrichter innerhalb von 0,2 Sekunden ab.
Die Nutzung einer herkömmlichen Schuko-Steckdose anstelle einer Wieland-Steckdose ist ebenfalls zulässig, wenn der Wechselrichter einen integrierten NA-Schutz nach VDE-AR-N 4105 hat. Dies ist beispielsweise durch das DGS-Label 0001 gewährleistet.
Außerdem: Der Netzbetreiber ist keine Polizeibehörde. Seine Zuständigkeit endet beim Zähler des Hausnetzes.34Vgl. https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2020-11/VZ%20NRW_Nuemann_Siebert_EEG-Anforderungen_an_Steckersolargeräte.pdf, Seite 2: „Wenn von dieser Norm abgewichen werden soll, zum Beispiel durch Nutzung einer einfachen Typ F („Schuko“)-Steckdose, statt der in der Norm erwähnten speziellen Einspeise-Steckdose, muss im Streitfall der Nachweis geführt werden, dass eine Rückwirkung auf das Netz technisch ausgeschlossen ist. Die Sicherheit innerhalb der Kundenanlage darf dabei eigentlich keine Rolle spielen. Der Netzbetreiber ist keine Polizeibehörde. Nutzer und Hersteller oder Verkäufer/Inverkehrbringer der Steckersolargeräte sind verantwortlich, die technischen Regelungen des EnWG (§ 49) einzuhalten und Gefahr für Menschen oder Sachen zu vermeiden.“

Darf ich eine Wieland-Steckdose selbst installieren? – Nein. Der Gesetzgeber verlangt, dass Elektro-Installationsarbeiten – wie etwa das Anbringen einer Lampe, der Austausch eines Lichtschalters oder eben auch der Austausch einer Steckdose – ausschließlich von qualifizierten Elektrikern durchgeführt werden.

3. Hast du einen Stromzähler mit Rücklaufsperre?

An diesem Symbol kannst du das erkennen:

Stromzählrt mit Rücklaufsperre © mpix-foto – stock.adobe.com

In diesem Fall ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Stadtwerke den Stromzähler auswechseln werden.

Wenn es dich interessiert und du als Mieter keinen Zugang zum Zählerraum hast, kannst du evtl. deine Hausverwaltung fragen, welche Art Zähler für deine Wohnung installiert ist.

Stromzähler ohne Rücklaufsperre:
Ältere Stromzähler (Ferraris-Zähler) können rückwärtslaufen, falls deine Anlage Überschüsse produziert, die du nicht selbst verbrauchst. Ein rücklaufender Zähler ist selbstverständlich weder im Sinn des Netzbetreibers noch des Gesetzgebers und ist in Deutschland unzulässig.35Vgl. https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2020-11/VZ%20NRW_Nuemann_Siebert_EEG-Anforderungen_an_Steckersolargeräte.pdf. Hier wird auf Seite 3 zum Messstellen-Betrieb darauf eingegangen. Nach Eingang der schriftlichen Bestätigung der SWM kann jedoch die Anlage auch mit dem alten Zähler in Betrieb gehen, bis zum Tausch. 

Übrigens: Der neue Stromzähler (genauso wie der alte) ist und bleibt Eigentum des Netzbetreibers. Das bedeutet, du als Endabnehmer kaufst ihn nicht, aber hast eine jährliche Miete dafür zu bezahlen. Der neue Stromzähler (wahrscheinlich ein digitales Messsystem oder ein zwei-Richtungszähler) kostet dich jährlich ca. € 20,- das sind € 4,- mehr Miete, als für den alten Zähler.

Nach Auskunft der SWM werden dir keine Kosten für den neuen Stromzähler und den Austausch in Rechnung gestellt und so ist es auch prinzipiell gedacht. Denn mit deiner Zählermiete bezahlst du die Gebühr für Montage, Wartung und Ablesung deines Stromzählers.36Vgl. https://strom.preisvergleich.de/info/8530/zaehlermiete/: Mit Zählern für Strom, Gas, Wasser oder Heizwärme wird der Verbrauch festgestellt. Zähler bleiben übelicherweise im Besitz des Messstellenbetreibers. Die Kosten, die ihm dabei entstehen (Montage, Wartung, Ablesung) fließen als Zählermiete in die Verbrauchsabrechnung ein. Bei den SWM ist die Zählermiete im Abschnitt „Verrechnungspreis“ aufgeführt (https://www.swm.de/dam/doc/strom/preise-strom-04-2019.pdf).

4. In manchen Fällen kann der Netzbetreiber eine Überprüfung deiner Haus-Elektrik verlangen.37Die SWM fordern in ihrem Anmeldeformular (https://www.swm-infrastruktur.de/dam/swm-infrastruktur/dokumente/strom/netzanschluss/anmeldung-steckerfertige-erzeugungsanlage.pdf, S. 2, Abschnitt 5) die Überprüfung der vorhandenen Elektro-Installation vor dem Anschluss eines Steckersolar-Geräts und verweisen dabei auf die ausgesprochen strikt ausgelegten VDE/FNN-Normen: https://www.vde.com/de/fnn/themen/tar/tar-niederspannung/erzeugungsanlagen-steckdose. Das kann sinnvoll sein, wenn du in einer alten Hütte mit einer Elektrik aus den 1950er Jahren wohnst, dein Essen auf einem Holzofen kochst und einen Sicherungskasten mit alten Schraubsicherungen hast. Wenn du einen modernen Sicherungsautomaten hast, ist es für Anlagen bis zu 600 Watt eigentlich nicht erforderlich.38Vgl. https://www.pvplug.de/faq/, Abschnitt: Elektrische Sicherheit: Darin heißt es, grob zusammengefasst: Wenn Sicherungsautomaten vorhanden sind, könnten in Deutschland pro Haushalt maximal 2,6 Ampere (600 Watt, meist zwei Module mit ca. 3m² Fläche) angeschlossen werden.

alter Sicherungskasten/ moderner Sicherungsautomat
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Einstecken

Du hast die offizielle Genehmigung des Netzbetreibers? Dann kannst du dein Mini-Kraftwerk einstecken und es im Marktstammregister der Bundesnetzagentur eintragen.

Wichtig: Benutze ausschließlich eine freie (Außen)steckdose, keinesfalls eine Mehrfachsteckdose!39Vgl. dazu noch einmal https://www.hello-yuma.de/faq/; Abschnitt: Anschluss und Sicherheit: „Mehrfachstecker dürfen in keinem Fall verwendet werden. Hierdurch entsteht ein deutliches Gefahrenpotenzial bei den Wechselrichtern, der Steckdose und im Hausnetz.“

Haushaltsgeräte © DigitalGenetics – stock.adobe.com

Das ist eigentlich alles. Auf drei Fragen wollen wir jedoch noch eingehen:

1. Darf ich das alleine? – Ja.

Seit dem 27. April 2019 ist der Anschluss im sog. Endstromkreis durch Laien ausdrücklich vorgesehen. Dies ist in der DIN VDE-0100-551-1:2016-09 abgesichert.40Wir haben dir ja bereits erklärt, dass Normen und Regeln des VDE/FNN-Riesen ausschließlich gegen Bezahlung einzusehen sind. Deshalb können wir hier kein Zitat liefern. Wir verweisen jedoch auf das EEG 2021, § 8, Abs. 5: „Übermitteln Netzbetreiber Anschlussbegehrenden im Fall von Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10,8 Kilowatt den Zeitplan nach Satz 1 nicht innerhalb von einem Monat nach Eingang des Netzanschlussbegehrens, können die Anlagen angeschlossen werden.“ Wir interpretieren das so, dass es grundsätzlich technisch unbedenklich ist, das Gerät selbst einzustecken.

Das heißt: Netzbetreiber und somit auch die Stadtwerke München müssen die Anbringung und Anmeldung von Stecker-Solargeräten bis 600 Watt von Laien akzeptieren. Und das sind wenigstens 150 € Elektrikerkosten, die wegfallen!

2. Kann ich die Anlage auch in Betrieb nehmen, bevor der Zähler ausgetauscht wurde? – Ja!

Achte nur darauf, dass eine mögliche Netzrückspeisung entweder unterhalb der Messtoleranz deines Zählers liegt oder weniger als 4 % deines Bruttostromverbrauchs beträgt! – So machst du dich nicht strafbar.41Vgl. dazu https://www.pvplug.de/faq/; Abschnitt: Strommessung.

Im Normalbetrieb einer Mini-Solaranlage ist eine größere Netzrückspeisung unwahrscheinlich oder selten. Deine Mini-Solaranlage produziert etwa so viel Strom, wie dein Kühlschrank verbraucht. Der Strom deiner Solaranlage fließt immer zuerst zu deinen Haushaltsgeräten. Erst wenn Überschüsse entstünden, die du nicht selbst verbrauchst, würden diese ins öffentliche Netz fließen und dein Zähler würde sich rückwärts drehen. Das wäre verboten, weil dann würdest du das öffentliche Netz quasi als Stromspeicher benützen und nur die Differenz zwischen deinem eingespeisten Strom und dem deines Anbieters bezahlen.

Beispiel: Wenn du verreist und während der Dauer deiner Abwesenheit alle Haushaltsgeräte abschaltest, würde der Strom deines Steckersolar-Geräts ins öffentliche Netz fließen. Bei einem Zähler ohne Rücklaufsperre liefe dein Zähler jetzt rückwärts, was den Straftatbestand des Betrugs erfüllen würde. Wenn du nicht den gesamten Sommer weg bist, mag in der Praxis ein solcher Betrug schwer nachzuweisen sein. Legal wird er dadurch nicht.

Auch ohne Betrugsabsicht kann es gelegentlich zu geringeren Netzrückspeisungen kommen, etwa wenn mittags niemand zuhause und der Kühlschrank der einzige Verbraucher ist.42Ausführlicheres über die Wahrscheinlichkeit einer Netzrückspeisung findest du im Abschnitt Strommessung bei: https://www.pvplug.de/faq/

3. Was muss ich bei der privaten Haftschutzversicherung beachten?

Am besten checkst du, ob etwaige Haftungsansprüche über deine Haftpflichtversicherung abgedeckt sind. Vor allem bei älteren Versicherungen könnte es im Bereich Solaranlagen eine Lücke geben.43Vgl. https://www.hello-yuma.de/faq/, Abschnitt: Rechtliches.

Haftungsansprüche: Du haftest für Schäden, wenn z.B die Panele beim Sturm herunterfallen oder durch den Wechselrichter Hitzeschäden entstehen. 

Das heißt, in deiner Haftpflichtversicherung sollte sich solch ein Passus finden: „Gesetzliche Haftpflicht (innerhalb der Versicherungssumme) aus dem Besitz und Betrieb im selbst genutzten Risiko (Postanschrift) für eine Photovoltaikanlage inkl. Energieabgabe ins öffentliche Stromnetz.“

Sonnenstrom ernten

Wie kann ich das Stecker-Solar-Gerät am besten nutzen? Wenn du die Spülmaschine, Waschmaschine und andere sporadische Stromverbraucher am Mittag bei Sonnenschein einschaltest, dann steigt dein Eigenverbrauch und deine Ersparnis.

Wenn du vorher den Stromverbrauch am Stromzähler gemessen hast, kannst du jetzt den Erfolg und die Ernte messen.

Produziert die Mini-Solaranlage auch bei Stromausfall noch Strom?
Nein, der Wechselrichter der Mini-Solaranlage benötigt ein funktionierendes Stromnetz, um mit der Umwandlung von Gleich- zu Wechselstrom zu beginnen.

Muss die Solaranlage gewartet werden?
Nein, Mini-Solaranlagen sind über ihr gesamtes Produktleben wartungsfrei. Einzig die UV-beständigen Kabelbinder für die Befestigung der Balcony Flex Module müssen sicherheitshalber alle sieben Jahre erneuert werden.

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